Das war der Mädchenbeirat 2019

Freitag, 4. Oktober 2019

Wien, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und Tirol – aus fünf Bundesländern reisten insgesamt 10 junge Frauen zwischen 14 und 25 Jahren Anfang Oktober 2019 nach Wels ins Schloss Puchberg. Für einige war es die erste Teilnahme am Mädchenbeirat, andere freuten sich über ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Für manche dauerte die Anreise wegen Zugumleitungen etwas länger, aber gegen 17 Uhr war die Gruppe endlich vollständig.

Susi und Andra waren dieses Jahr nicht persönlich vor Ort, begrüßten aber über Video.

Natürlich waren alle neugierig aufeinander und starteten mit einer ersten kreativen Übung zum Kennenlernen: Wer sind wir, was machen wir gerne, was macht uns aus? Hier wurden erste Gemeinsamkeiten gefunden und die Vielfältigkeit unserer Gruppe sichtbar.

In Zweier-Gruppen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen dann genauer mit der Biographie einer interessanten Person, die sie anschließend auch den anderen vorstellten: Welchen Herausforderungen mussten sich diese Frauen stellen? Wie sind sie ihnen begegnet? Was finden wir an ihnen mutig?

Ruth, Laura und Parissa erzählten mehr über die Projekte, die der Mädchenbeirat im vergangenen Jahr ausgewählt hatte. Der Mädchen*treff Dornbirn hatte ein tolles Video übermittelt, jede erhielt ein „Statement-Diary“ aus dem Projekt Zukunfskwizin, einen Kalender der „Schwarze Frauen Community“ und eine Tasche von Sorority. Auch den Prototyp für den „No More Bullshit“-Chatbot durften die Teilnehmer*innen testen.

Nach dem Abendessen stand die Frage nach Mut, nach den eigenen Stärke und den Vorbildern aus dem eigenen Umfeld im Mittelpunkt eines „Freewriting“: Dabei war alles erlaubt, Schönschrift nicht wichtig und Rechtschreibung oder Grammatik ganz egal – es tat gut, sich diese Zeit zu nehmen und den eigenen Gedanken Raum zu geben.

Was wir nach außen zeigen, was wir weitergeben können und was uns nach innen hin stärkt, wurde dann in den ganz individuellen „Schildern“ oder „Wappen“ sichtbar: Mit Bildern, Collagen, Zeichnungen, aber auch reichlich anderem Material wie Federn, Glitzern uvm. – sehr beeindruckend!

Samstag, 5. Oktober 2019

Welche Kriterien sind uns bei der Auswahl der Projekte besonders wichtig? Worauf möchten wir als Gruppe besonders achten? Gar nicht so einfach, sich hier zu einigen!

Wie immer war der Samstag ein sehr intensiver Tag. Nacheinander stellten Ruth, Laura und Parissa die eingereichten Projekte kurz vor und beantworteten sofort auftauchende Fragen. Die Teilnehmer*innen hielten ihre ersten Gedanken und Fragen in ihren Projektmappen fest. Nachdem alle Projekte präsentiert worden waren, galt es, sich zurückzuziehen und in Ruhe – mit Blick auf die gewählten Kriterien – die persönlichen fünf Favoriten zu wählen. Manche waren sich da gleich sehr sicher, andere konnten sich nicht so schnell entscheiden.

Anschließend stellte jede Teilnehmerin ihre persönlichen Lieblingsprojekte vor und brachte die aus ihrer Sicht wichtigsten Argumente für diese Projekte vor. Es gehört zum Mädchenbeirat dazu, dass jede Stimme und jedes Argument gehört wird.

Natürlich hatte jede ihre eigenen Favoriten – aber es zeigte sich schon, welche Projekte in die engere Auswahl kommen würden. Aber es waren noch viel mehr als fünf! Also überlegte noch einmal jede für sich, welche Argumente sie überzeugt hatten oder für welches Projekt sie sich unbedingt noch einmal stark machen möchte. Dann wurde gepunktet. … und dann noch einmal diskutiert und abgestimmt. Aber kurz bevor wir zum Abendessen losmussten, stand die gemeinsame Entscheidung fest und die Gruppe hatte sich auf fünf Projekte geeinigt. Ein ziemlich tolles Gefühl!

Der Samstag war neblig und verregnet – aber nach dem Abendessen hörte es auf zu regnen. Perfekt für das Feuerritual – bei dem Lieder und Geschichten ausgetauscht wurden und sich alle noch ein Stückchen besser kennenlernten.

Bei unserer „Frauenfilmnacht“ stand dieses Jahr „Hidden Figures“ auf dem Programm – die beeindruckende Geschichte der afroamerikanischen Mathematikerinnen, die vielen Hürden zum Trotz wesentlich zum ersten Flug eines amerikanischen Spaceshuttles beitrugen.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Ein wenig mehr Schlaf hätte auch nicht geschadet – aber alle waren pünktlich wach und bereit für einen neuen Tag. Nach einer Abschlussrunde bei Sonnenschein auf der Wiese vor dem Schloss Puchberg brachen wir mit dem Zug nach Linz auf. Dort wurden wir in der „Schule des Ungehorsams“ sehr freundlich empfangen und erfuhren Interessantes zu dieser Einrichtung, die so gar nichts mit einer herkömmlichen Schule gemeinsam hat. Die anschließende Führung durch die Ausstellung von Karikaturen der ägyptischen Künstlerin Doaa El-Adl regte zum Nachdenken und Diskutieren an – einige der Themen, mit denen wir uns schon in den beiden Tagen davor befasst hatten, begegneten uns hier wieder.

Danach stärkten wir uns noch in einer Pizzeria, bevor wir uns dann voneinander verabschieden und in unterschiedliche Richtungen nach Hause aufbrechen mussten.

Wir bleiben in Kontakt und freuen uns schon darauf, gemeinsam das eine oder andere der ausgewählten Projekte zu besuchen!