SistersACT
Ein Projekt in Kooperation mit Theater für Alle, Wien.
So beschreiben sich die Projektleiter*innen selbst:
Im Projekt SistersACT treffen sich Mädchen und junge Frauen ab 14 Jahren an zwei Tagen in einem geschützten Raum in der Region Kärnten, um sich gemeinsam mit wichtigen Themen auseinanderzusetzen: Wer bin ich? Was macht mich stark? Was habe ich erlebt – und was wünsche ich mir?
Im Mittelpunkt stehen Methoden aus der Theaterpädagogik: das Bildtheater und das Forumtheater. Diese kommen aus dem „Theater der Unterdrückten“ – einer Theaterform, die Menschen ermutigen will, sich mit Ungerechtigkeit auseinanderzusetzen und neue Wege zu finden, damit umzugehen. Entwickelt wurde diese Methode von Augusto Boal, einem Theatermacher aus Brasilien.
Im Bildertheater stellen die Teilnehmerinnen mit ihren Körpern Standbilder – also kleine, wortlose Szenen – zu einem bestimmten Gefühl oder ein Erlebnis dar, welches sie beschäftigt. So können auch Erfahrungen ausgedrückt werden, über die man nur schwer sprechen kann – zum Beispiel Angst, Ausgrenzung oder Unsicherheit. Gemeinsam schauen wir uns die entstandenen Bilder an: Was zeigt dieses Bild? Welche Rollen gibt es darin? Wie könnte man diese Situation verändern?
Im Forumtheater wird aus einem Bild eine kleine Szene entwickelt. Eine Teilnehmerin spielt z. B. ein Mädchen, das sich gegen eine Ungerechtigkeit nicht wehren kann. Danach überlegen alle gemeinsam: Was hätte sie tun können? Und dann dürfen die anderen selbst auf die Bühne kommen und Alternativen ausprobieren. Diese Methode ist besonders wertvoll, weil sie zeigt: Ich bin nicht machtlos. Ich kann etwas verändern – nicht nur im Theater, sondern auch im Alltag. Theater spielen bietet einen geschützten Rahmen wo neue Handlungsstrategien nicht nur ausprobiert, sondern auch erfahrbar mit allen Sinnen gemacht wird.
Der Ablauf sieht so aus:
Tag 1:
Kennenlernen und Vertrauensaufbau
Übungen zur Körperwahrnehmung und Selbstausdruck
Einführung in das Bildtheater
Erstellen und gemeinsames Betrachten von Standbildern
Erste Reflexionsrunde
Tag 2:
Aufbauend auf den Bildern: Entwicklung kleiner Szenen
Einführung in das Forumtheater
Gemeinsames Spielen, Eingreifen, Verändern
Abschlussrunde mit Reflexion: Was nehme ich mit? Wo fühle ich mich stärker?
Begleitet wird die Gruppe von einer erfahrenen Sozial- und Theaterpädagogin. Es wird darauf geachtet, dass alle sich wohlfühlen. Niemand muss etwas tun, was sie nicht möchte. Es gibt Raum für Emotionen, Lachen, Nachdenken – und für neue Ideen.
Wichtig ist uns ein intersektionaler Zugang: Das bedeutet, dass wir nicht alle Mädchen und jungen Frauen über einen Kamm scheren. Jede bringt eine andere Geschichte mit – je nach Herkunft, Sprache, Religion, Körper, Familie oder Klasse. In SistersACT ist Platz für all diese Erfahrungen.
Ziel ist es, dass jede Teilnehmerin gestärkt aus dem Workshop geht:
mit mehr Selbstbewusstsein
mit neuen Ausdrucksmöglichkeiten
mit dem Gefühl, nicht allein zu sein
mit konkreten Ideen, wie sie mit schwierigen Situationen besser umgehen kann
SistersACT ist kein gewöhnlicher Theaterworkshop – es ist ein Ort für Mut, Begegnung und Veränderung.
Wann?
Die Workshops finden von 1.1.2026-1.5.2026 statt
Wo?
Wien
Wer kann mitmachen?
Mädchen und junge Frauen ab 14. Pro Gruppe 8-15 Teilnehmerinnen. Im besten Fall erreicht das Projekt 168-315 Teilnehmerinnen.
Bildurheberrechte: Theater für Alle, Wien
Beim Mädchenbeirat sind alle willkommen, die sich als Mädchen fühlen:
cis, inter* und trans Mädchen können beim Mädchenbeirat dabei sein.
Was bedeutet „cis“, „inter*“ und „trans“?
Lies hier nach.
Wir verwenden das Sternchen * im Plural, weil es außerhalb von „Frau“ und „Mann“ andere Geschlechts-/Genderidentitäten gibt und wir zeigen möchten, dass wir alle Geschlechter meinen. Eine Weile haben wir das Sternchen auch bei „Mädchen*“ und „Frau*“ verwendet. Wir haben aber wahrgenommen, dass diese Schreibweise als diskriminierend empfunden wird. Daher haben wir uns entschieden, das * in diesem Fall nicht mehr zu verwenden.
Wir benutzen weiterhin das * im Plural des Nomens (z.B. Schüler*innen, Jugendarbeiter*innen), um nicht-binäre Identitäten sichtbar zu machen und auf die Konstruiertheit der Kategorie „Geschlecht“ hinzuweisen. In Texten, die wir von unseren Projektpartner*innen erhalten, wird die Schreibweise „Mädchen*/Frau*” von uns nicht verändert.